Nachdem ich dir im ersten Teil dieser Artikelreihe von meinem Leben bis zur Diagnose erzählt und im zweiten Teil von der OP und meinem Trauma berichtet habe, möchte ich dir heute davon erzählen, wie es mir in den letzten Jahren mit der Erkrankung erging.
Ich gehe sehr transparent mit dem Thema um. Meine Familie, meine Freunde und auch mein Arbeitgeber wissen Bescheid. Früher hatte ich eine gewisse Scham bezüglich meiner körperlichen Beschwerden, heute ist das nur noch sehr selten der Fall. Im Gegenteil, ich gehe damit offensiv um und erkläre gerne, welche Probleme ich habe.
In den letzten Jahren war ich mindestens zweimal im Jahr krankgeschrieben wegen der Endometriose. Denn mir wurde mit der Zeit bewusst, dass ich pro Jahr zwei intensive Schübe bekomme. Diese Schübe kommen mit starken Bauchschmerzen, die mich ans Bett fesseln. Tagelang liege ich und muss mich ausruhen sowie Tabletten gegen die Schmerzen einnehmen. Mittlerweile habe ich ein Muster erkannt und kann schon vorher die Notbremse ziehen, bevor ich komplett mit dem Schub außer Gefecht gesetzt werde.
Da ich mit meinem Arbeitgeber transparent umgehe, kann ich ihm vorher signalisieren, dass ich im Homeoffice bleiben muss und so den Stress, der durch das Pendeln und das Arbeiten im Büro, aus dem Weg gehen kann. Das hilft tatsächlich, um dem Schub auszuweichen.
Auch habe ich über die letzten Jahre sehr stark wiederkehrende Muster erkannt. Ich selbst habe für mich einen Zykluskalender entwickelt, der nicht nur meine Periode trackt, sondern auch mein Wohlbefinden, meine Gelüste, Gefühle, Stimmungen und Gedanken. Der Kalender war für mich notwendig, denn als ich vor 11 Jahren die Pille abgesetzt habe, hatte es ganze 2 Jahre gedauert überhaupt einen regelmäßigen Zyklus zu bekommen. Ich habe besonders die letzten Jahre damit verbracht meinen Zyklus und alles drumherum wahrzunehmen und zu verstehen.
Gerade die Endometriose macht es nicht einfach eine gewisse Regelmäßigkeit im Zyklus zu erkennen, da es eben diese lange Liste an Begleiterscheinungen gibt. Und wirklich nicht jeder Zyklus ist gleich. Aber es gibt gewisse Symptome, die immer wieder auftreten. Ich biete diesen Zykluskalender als kostenlosen Download an. Mir hat es sehr geholfen und ich möchte damit anderen helfen.
Doch nicht nur das Beobachten meines Zyklus hat etwas verändert. Auch meine innere Haltung gegenüber der Erkrankung selbst. Ein weiterer wichtiger Aspekt der letzten Jahre, war die Endometriose nicht als Feind zu sehen. Das war alles andere als leicht. Aber ich habe versucht Frieden mit der Erkrankung zu schließen. Denn die Erkrankung hat mir ein viel größeres Bewusstsein für meinen Körper gegeben. Ich achte stets darauf was ich esse, wie ich mich fühle, ich übergehe meinen Körper nicht mehr. Ich mache Pausen, wenn ich sie brauche, dafür sage ich auch Verabredungen ab. Hier habe ich Seelenkarten für den Zyklus entwickelt. Auch diese sind für dich kostenlos als Download erhältlich.
Diese Veränderungen haben nicht nur meinen Umgang mit meinem Körper verändert, sondern meinen gesamten Alltag. Ich arbeite seit vielen Jahren Teilzeit, als Vollzeit kann ich meinen Beruf mit dieser Erkrankung nicht ausüben. Ich habe meinen ganzen Lebensstil meiner Krankheit angepasst. Ich habe schon früh gelernt mit meinem Geld zu Haushalten, deswegen fiel und fällt es mir nicht sonderlich schwer auf gewisse Dinge zu verzichten. Auch bin ich nicht jemand der viel konsumiert. Kleidung kaufe ich mir selten neu, Dinge wie ein Handy benutze ich so lange bis es kaputt ist usw. Dadurch habe ich die Möglichkeit weiterhin Teilzeit zu arbeiten und trotz der Krankheit Karriere zu machen. Denn trotz der Ausfälle und weiteren OPs habe ich mich im Job immer bewährt.
Durch all diese Maßnahmen kann ich sagen, dass ich zuletzt 2021 operiert werden musste. Damals hatte ich, wie ich heute weiß, wieder einen Schub und musste in die Notaufnahme. Ich wurde nach ein paar Stunden und Untersuchungen nach Hause geschickt. Ich hatte höllische Schmerzen. Zu Hause erhielt ich einen Anruf vom Arzt, dass ich sofort wieder ins Krankenhaus soll. Meine Entzündungswerte waren sehr hoch. Die Ärzte haben weitere Untersuchungen gemacht, aber nichts gefunden. Sie waren ratlos und konnten eine Blinddarmentzündung nicht ausschließen, also wurde ich noch den Tag notoperiert. Jeder der wegen Bauchschmerzen mal im Krankenhaus war, kennt diese erste Frage nach dem Blinddarm. Ich habe diese Frage so oft bekommen, dass ich zur Notoperation ja gesagt habe. Jetzt kann ich jedenfalls immer sagen, dass es nicht der Blinddarm ist und hoffen, dass man einem mit diesen Schmerzen glaubt.
Bei der OP wurde auch nur ein ganz kleiner Mini Endometrioseherd gefunden und der Blinddarm war nur minimal entzündet, was wohl nicht solche Entzündungswerte hervorrufen hätte können. Die Schmerzen waren nach der OP nur minimal besser. Trotzdem wurde ich entlassen, weil die Entzündungswerte sanken.
Nachdem ich ein paar Tage zu Hause war und es mir nicht besser gegangen war, bin ich wieder rein. Ich habe dann eine Antibiotische Behandlung bekommen und musste 7 Tage drin bleiben. Niemand wusste, was ich habe, aber immerhin hatten die Antibiotika mit den Schmerzmitteln endlich geholfen.
Nach dieser Erfahrung wurde mir noch bewusster, wie wichtig es für mich ist, Stress und Anspannung früh wahrzunehmen.
Ich achte sehr darauf, dass ich nicht wieder in der Notaufnahme lande oder schlimmer noch, operiert werden muss. Aber das kann nie ausgeschlossen werden, denn Endometriose ist nicht heilbar, solange man menstruiert, so lange können sich neue Herde bilden oder es zu Zysten kommen. Ich hatte auch einige kleine Zysten, die aber bisher immer zum Glück mit der Periode verschwunden sind. Auch heute noch fragt mich mein Frauenarzt jedes Mal, ob er mir nicht eine Pille verschreiben kann. Ich lehne immer ab. Denn die Pille verhindert zwar die Periode und die Möglichkeit, dass neue Herde wachsen. Aber es lindert nicht die Begleiterkrankungen, denn die hatte ich auch mit der Pille.
Je älter ich werde, desto angenehmer wird die Periode, auch weil ich stark darauf achte, wie ich mit mir und meinem Körper umgehe.
Was bei mir am schädlichsten ist, ist Stress und diese innere Angespanntheit. Um diese besser zu bewältigen oder ganz loszuwerden, gehe ich sehr gerne Kilometerweit spazieren. Ich habe festgestellt, dass meine Bauchschmerzen erst nach dem 2. Kilometer besser werden. Auch habe ich vor einigen Jahren eine Übung für mich entwickelt, die mich manchmal komplett vom Schmerz, je nach Intensität, befreit. Ich habe überlegt diese Übung aufzunehmen, dass sie dir auch helfen kann. Du kannst mir gerne dazu Feedback geben.
Die Übung ist eine Mischung aus Meditation, Atmung und Bewegung. Sie wirkt für mich extrem entspannend im Bauchraum. Ich wende sie meistens Morgens an, da ich oft mit Bauchschmerzen schon aufwache. Aber sie hilft mir auch, wenn ich abends aufgrund von Schmerzen nicht einschlafen kann. In intensiven Stressphasen mache ich die Übung und meine Spaziergänge täglich. Manchmal muss ich dazu Tabletten nehmen, aber meistens reichen die Übungen.
Es ist nicht einfach mit einer Erkrankung zu leben, aber ich habe meinen Weg gefunden und ich wünsche mir für dich das Gleiche. Hier findest du noch mal alle meine kostenlosen Produkte rund um den Zyklus aufgelistet.
Zykluskalender – mein kostenloser digitaler Zyklustracker
Seelenkarten – meine kostenlosen Seelenkarten für den Umgang mit deinem Zyklus
Zyklusliebe – eine besondere Seite in meiner Welt, wo du alle Themen und Links rund um den Zyklus findest
Und hier sind alle Teile der Endometriose Reihe verlinkt.
Teil 1: Endometriose – Der Weg zur Diagnose
Teil 2: Endometriose – Die Operation und das Trauma
Ich wünsche dir von Herzen alles Gute.
Sandra
HINWEIS: In diesen Artikeln teile ich meine persönliche Erfahrung. Sie ersetzen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenn du Beschwerden hast oder den Verdacht auf Endometriose hast, wende dich bitte an eine ärztliche Fachperson.